Die Geschichte des Kottenforst

Beim Kottenforst handelt es sich um ein 40 km² Waldgebiet. Es liegt nahe der Stadt Bonn und besitzt im Südosten noch einen Teil bei Meckenheim und Bad Godesberg. Der Teil im Nordosten liegt zwischen Heimerzheim, Alfter und Buschhoven.

Der Kottenforst blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück. Die erste Erwähnung fand er im 7. Jahrhundert. Damals wurde er als fränkisches Königsgut betitelt. Seinen Namen erhielt er von der Ableitung des keltischen Wortes „coat“, das Wald bedeutet.

Zur Zeit der Römer war das Gebiet besiedelt. Es gab einige Poststationen sowie ein Dorf mitten im Wald. Mehrere Militärlager wurden zum Schutz gegen Angriffe errichtet. Die Römer errichteten eine Wasserleitung quer durch den Kottenforst, um die Versorgung der Stadt Köln zu gewährleisten. Teile dieser Leitung sind sogar heute noch zu sehen!

Der Kottenforst im Mittelalter und der Neuzeit

Die großen Freiflächen zwischen den Wäldern wurden über einen langen Zeitraum als Viehweide benutzt. Da der Kaiser Otto II. auf dem Reichsgut das Jagd- und Fischereirecht bestätigte, wurde die Eichelmast betrieben. Dazu wurden die Schweine in den Kottenforst getrieben, um sich dort mit Eicheln oder Kastanien satt zu fressen.

Im 18. Jahrhundert beschloss der Erzbischof von Köln, den Wald zu vermessen. Es entstanden Alleen, die dem Adel zur Hetzjagd dienten. Zu dieser Zeit entstanden das Forsthaus und später noch das Jagdschloss Herzogsfreude, welche beide mittig in den Alleen lagen. Dieses Wegesystem ist bis heute gut erhalten. 1794 marschierten die Franzosen ein, das Jagdschloss wurde 1807 abgerissen und der Kottenforst wurde unter preußischer Herrschaft zum Staatsforst umbenannt. Der spätere Kaiser Wilhelm II. schwelgte gerne in Erinnerung an die Jagd. Aus diesem Grund pflanzte er eine Eiche. Später kamen noch zwei Eichen dazu, diese erinnern an Prinz Oskar und Prinz Friedrich. Beide Prinzen sowie der spätere Kaiser Wilhelm II. studierten an der Universität Bonn. Die drei Eichen und das unter Denkmalschutz stehende Jägerhäuschen sind heute Anziehungspunkte für Gäste.

1959 wurden Teile dieses Waldgebiets zum “Naturpark Kottenforst” erklärt und 2005 wurde der Kottenforst zu “Naturpark Rheinland” umbenannt. Weitere Informationen zum Naturpark Kottenforst und zum Naturschutz können Sie hier finden.

Die Besonderheiten des Kottenforsts

Große Teile des Kottenforsts sind Naturschutzgebiete. Dazu gehören:

  • Düne Tannenbusch
  • Rodderberg
  • Lyngsberg
  • Melbtal

Die Düne Tannenbusch ist eine Binnendüne. Diese sind sehr selten und sie ist einer der wenigen in Deutschland. Aufgrund ihrer Bodenzusammensetzung bietet sie Lebensraum für gefährdete Insekten. Die biologische Station kümmert sich um die Pflege des Biotops. Der spärliche Bewuchs und die Sandflächen sollen so erhalten bleiben.

Der Rodderberg ist ein Naturschutzgebiet mit vulkanischem Ursprung. Daher ist es nicht nur für die Flora und Fauna wichtig, sondern der Schutz hat auch einen geologischen Hintergrund.

Nicht frei zugänglich ist das Gebiet um den Lyngsberg. Der ehemalige Steinbruch ist bekannt für die interessanten Geländeformationen. Als Lebensraum für geschützte Tierarten ist er perfekt geeignet.

Der Fluss Engelbach fließt durch das Naturschutzgebiet Melbtal und bestimmt die Landschaft. Es gibt einige Feuchtgebiete und teilweise sogar Sumpfgegenden. Dieses Biotop ist die Heimat von etlichen Amphibien und Vögeln.

Ein Ausflug zum Kottenforst lohnt sich!

Als Wahrzeichen des Kottenforsts gelten die Kopfbuchen. Diese sehr alten Bäume sind teilweise verdorrt oder drohen umzufallen. Als „Gespensterwald“ wird das Gebiet auch noch bezeichnet, weil die Buchen teilweise gruselig aussehen. Eine geplante Sperrung des Waldes wegen der Sicherheit wurde von den Bürgern vereitelt. Warnschilder weisen auf das Risiko hin. Der Kottenforst ist ein Ausflugsziel für die Familie, da er auch gut erreichbar ist.